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Stadtanzeiger West vom 06.10.2016

6. Oktober 2016, 18:56 Uhr - von Bernd Schröder

Plädoyer für die Fusion
TVB-Vorsitzender Schlienkamp nimmt Stellung zum möglichen Zusammenschluss mit dem BSC
Wo soll es langgehen? Der BSC sieht eine Fusion skeptisch.Foto: Moers

Badenstedt. Wie wahrscheinlich ist eine Fusion der beiden großen Badenstedter Sportvereine? Diese Frage treibt derzeit nicht nur die Vorstände des TV Badenstedt (TVB) und des Badenstedter SC (BSC) um. An der Entscheidung hängen auch die zukünftige Entwicklung des Sports im Stadtteil und der Bau einer neuen Halle. In einer Pressemitteilung bezog jetzt der Vorsitzende des TVB, Werner Schlienkamp, eindeutig Stellung: Er ist der festen Überzeugung, dass die immer wieder diskutierte Fusion das Beste für den Stadtteil sei. Eine Aufgabe des BSC-Geländes in der Salzhemmendorfer Straße schließt er kategorisch aus. Ein fusionierter Verein soll außerdem einen neuen Namen tragen.

„Was spricht eigentlich wirklich dagegen?“, fragt Schlienkamp in seinem Schreiben an die Redaktionen. Mit der E-Mail reagiert er auf die Berichterstattung in der vergangenen Woche. Auf der 125-Jahr-Feier des TVB war bekannt geworden, dass der Stadtsportbund mit dem Bau einer Handball- oder Mehrzwecksporthalle auf dem Gelände des TVB liebäugelt. „In Zukunft kann es keine zwei Platzpflegegeräte mehr geben“, sagte die Vorsitzende Rita Girschikofsky und verpackte damit ihre Zukunftsvision in einem Beispiel aus dem Alltag. Was sie damit meinte, war aber allen Beteiligten klar. Zu diesem Zeitpunkt schienen die Sondierungsgespräche der beiden Vereinsvorstände allerdings bereits gescheitert. Die Voraussetzung für eine notwendige Förderung der Halle ist der Zusammenschluss der beiden Vereine.

In einer knappen E-Mail hatte der BSC-Vorstand mitgeteilt, dass derzeit kein Interesse bestünde. Schlienkamp macht ungenannte Einzelpersonen für das vorzeitige Ende verantwortlich. „Obwohl alle Gesprächsteilnehmer die angestrebte Entwicklung sowohl für die Vereine als auch für die Bevölkerung des Stadtteils als besonders positiv ansahen, konnte sich diese Meinung im Umfeld des BSC-Vorstandes nie so richtig durchsetzen“, meint Schlienkamp. Weiter kritisiert er die Fusionsverweigerer als „ewig Gestrige“. „Es ging manchen Menschen nur um die Ideologie und darum, dass man seine angestammte Position eventuell an einen besseren Konkurrenten verlieren könnte“, schreibt er.

Anschließend skizziert Schlienkamp, wie die Fusion in der Praxis aussehen könnte. „Die Aufgabe des BSC-Platzes steht für uns nicht zur Debatte“, betont er und will damit den Mitgliedern des vom Schicksal geplagten BSC mögliche Ängste nehmen. Sie fürchteten, dass bei einer Fusion das abgebrannte Vereinsheim und der Platz verloren gehen. „Der BSC ist unstrittig im Fußball die führende Kraft in Badenstedt“, unterstreicht der Vorsitzende. Bei der Fusion könnten die Erwachsenenmannschaften auf die vorhandenen beiden Plätze des TVB wechseln. Dort steht bereits ein Vereinsheim. Die Jugend- und Kindersparte verbliebe in Körtingsdorf. Übergangsweise gibt es dort seit dem Brand Kabinen und Sanitäranlagen in mobilen Containern. Wie es mit dem derzeit beim TVB eingemieteten Verein Can Mozaik weitergehen könnte, lässt die Skizze offen. Der Verein darf die Plätze noch bis zum Ende der Saison 2016/2017 nutzen.

Was den Bau der angedachten Handballhalle angeht, bleibt Schlienkamp vage. Es sei unstrittig, dass es im Stadtbezirk zu wenig Hallenplätze für alle Vereine gibt. Politik und Verwaltung seien gefordert, dagegen etwas zu unternehmen. Der TVB selbst habe nicht vor, eine Mehrfachturnhalle zu bauen. Von einer zusätzlichen Halle würde man allerdings selbstverständlich gern Gebrauch machen. Dass die Bedingung dafür aber die Fusion darstellt, müsse allen Beteiligten klar sein.

Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen des BSC auf das erneute Bekenntnis zur Fusion reagieren. Solange die Zukunft des eigenen Vereinsheims nicht geklärt ist, werden sie es sich nicht leicht machen. Schließlich entscheiden am Ende die Mitglieder, in welchem Verein sie sich am wohlsten fühlen.